Impuls zum Mittwoch der 32. Woche im Jahreskreis - 11.11.2020


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Wozu ist ein Mantel da? Zum Wärmen, zum Schutz, zur Sicherheit, als Erkennungsmerkmal. Das wären wohlmöglich die Antworten der meisten Menschen. Ein Mantel ist ein Kleidungsstück und hält mich warm. Er umgibt mich und bietet Schutz.
Auch Sankt Martin hätte wohl all die Funktionen eines Mantels genannt. Er hätte jedoch noch eine weitere hinzugefügt: TEILEN. Ein Mantel ist zum Teilen da. Zum Wärme verschenken. Er umhüllt mich und lässt die Kälte außen. Dabei erinnert er mich durchgehend daran, dass es um mich herum kalt bleibt. Er hält mich innen warm, lässt aber die äußere Kälte nicht verschwinden. An der Nasenspitze kann ich die kalte Luft noch spüren. Und trotzdem ist mir ganz allgemein durch den Mantel nicht mehr kalt. Er hält mich warm, aber er sollte dabei nicht meine Augen, mein Herz verschließen. Vielmehr sollte er auch mein Herz erwärmen und meine Augen öffnen. Öffnen für all die Menschen, die gerade keinen Mantel um sich haben, keine Wärme in sich, keinen Schutz finden. Sankt Martin hatte so einen Mantel. Mit warmen Herzen (und zugegebenermaßen einem scharfen Schwert) durchschnitt er den Mantel und teilte ihn. Denn ein ehrliches, ein warmes Herz, wird auch durch die äußere Luft nicht kalt.
Vielmehr erfriert es, wenn wir die Freude des Teilens nicht nachempfinden können und unser Herz vor anderen verschließen. Ich wünsche Ihnen heute so einen Mantel wie Sankt Martin ihn hatte. Einen der Schutz gibt, Wärme spendet und zum Teilen da ist.

Jana Maurach