Impuls zum Mittwoch der 13. Woche im Jahreskreis - 1.07.2020

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Lesung aus dem Buch Amos                                                       Am 5, 14-15.21-24

14Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben, und dann wird, wie ihr sagt, der Herr, der Gott der Heere, bei euch sein.

15Hasst das Böse, liebt das Gute, und bringt bei Gericht das Recht zur Geltung! Vielleicht ist der Herr, der Gott der Heere, dem Rest Josefs dann gnädig.

21Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen.

22Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben, und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen.

23Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören,

24sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Wort des lebendigen Gottes

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus                                                                                                           Mt 8, 28-34

28Als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet von Gadara, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so gefährlich, dass niemand den Weg benutzen konnte, der dort vorbeiführte.

29Sofort begannen sie zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hergekommen, um uns schon vor der Zeit zu quälen?

30In einiger Entfernung weidete gerade eine große Schweineherde.

31Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde!

32Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um.

33Die Hirten flohen, liefen in die Stadt und erzählten dort alles, auch das, was mit den Besessenen geschehen war.

34Und die ganze Stadt zog zu Jesus hinaus; als sie ihn trafen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Gedanken

Liebe Schwestern und Brüder,

die Extreme:
- höher,
- schöner,
- weiter,
- stärker,
- mächtiger

scheinen mir die Welt zu bestimmen.

In gewisser Weise sind ganz viele Menschen gerade in unserer Kultur davon besessen immer wieder neu zu spüren, was Leben bedeutet und sich hervor zu tun.
Viele suchen häufig den neuen Kick, vielleicht sogar durch Drogen oder durch Selbstüberforderung im Sport, um zu merken, dass sie leben und dass ihr Leben mehr ist, als nur ein Wechsel zwischen Arbeit und Ruhezeit.

Wir sind in unserer Gesellschaft auf Leistung getrimmt und es geht darum, etwas zu erreichen und jemand zu sein.
Andere sind besessen von ihren Hobbies und haben kein anderes Thema als das.
Es gibt auch die, die von der Liebe besessen sind und dadurch nicht mehr klar denken können.
Es gibt auch diejenigen die von einem Thema so besetzt sind, dass man mit ihnen nicht diskutieren kann.
Besessenheit führt dazu, dass man das Wesentliche nicht mehr erkennt und es jemanden braucht, der uns auf den Kern – sozusagen auf das Herz – zurückführt.

Und es geht doch darum auf den Kern zurück zukommen. Das Buch Amos spricht davon, dass leben nicht bedeutet etwas sich etwas leisten zu können oder besondere Leistung zu zeigen. Vielmehr fordert der Prophet Amos: Sucht das Gute und die Gerechtigkeit (das Recht).

Das Gute und die Gerechtigkeit sind Gaben Gottes. Und es lohnt sich, sich dafür anzustrengen. Wenn wir das gefunden haben, sind wir frei und können wirklich frei leben.

Gebet:

Herr, du hast die Welt erschaffen und auch mich gemacht.
Hilf mir, dass ich nicht den falschen Zielen folge.
Hilf mir mich frei zu machen von dem Gefühl leisten zu müssen um jemand zu sein.
Lass mich Gerechtigkeit und Liebe finden und leben.
Lass mich ganz in deiner Liebe leben.

Amen.