Impuls zum Freitag der 5. Osterwoche - 15.05.2020

Zum Evangelium
„In der Liebe bleiben“ heißt den Willen Gottes tun und die Freude Gottes erfahren. Der Wille Gottes ist es, dass wir einander Gutes wünschen und Gutes tun. „Wie ich euch geliebt habe“: die Weite und Tiefe der Liebe wird vom Vorbild Christi her bestimmt. Er ist der wahre Weinstock; wir können auch sagen: er ist der wahre Freund, und er will, dass wir jedem Menschen als Freund begegnen, als Bruder. Das ist jedem Christen gesagt, aber in V. 15-16 spricht Jesus die Jünger auf ihre apostolische Berufung und Sendung an. Ihre Arbeit wird fruchtbar und gesegnet sein, wenn sie in Liebe getan wird. Die Liebe und das Gebet (V. 16) sind die Voraussetzungen gesegneter Arbeit.

Evangelium      Joh 15, 12-17

Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

12Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

13Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.

14Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.

15Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

16Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.

17Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Zu den Schriftlesungen:

„Liebt einander!“ – Was lösen diese beiden Worte aus? Um die Tiefe dieser Aufforderung zu erkennen scheint der Blick auf Jesus, der diese Worte spricht, hilfreich. Seine Liebe zeigt sich in der Hingabe bis zu seinem Tod. Dieses Liebeszeugnis hat seinen Ursprung in der Verantwortung und Solidarität, die er den Menschen damit zeigt. Seine Liebe lässt den Menschen aufatmen, seine Hingabe bis ans Kreuz stärkt das Vertrauen, dass Gott alle Wege mitgeht. Geschenkte Liebe, die in dieser Verantwortung und Solidarität gelebt wird, hat viele Gesichter: Hoffnung machen; Leid und Trauer teilen; den Mitmenschen aushalten; einem anderen in Treue verbunden bleiben; sich zur Gemeinschaft der Kirche bekennen; von Gottes unbedingter Liebe zu erzählen; jemanden zu seinem unangenehmen Termin zu begleiten … Überall, wo die Angst schwindet und neue Zukunft aufscheint, da zeigt sich jene Frucht aus geschenkter Liebe, die untrennbar zu seinen Jüngern gehört.

Fürbitten:

Zu Jesus Christus, der uns ermuntert, in seinem Namen den Vater zu bitten, rufen wir:

  • Für Papst Franziskus und alle Bischöfe, die immer wieder vor neuen Entscheidungen zur Umsetzung des Evangeliums stehen.

Christus, Freund der Menschen:

Wir bitten dich erhöre uns.

  • Für alle, die an der Spitze von Staaten und Völkern stehen und deren Entscheidungen weitreichende Folgen haben.  -

Christus, Freund der Menschen:

Wir bitten dich erhöre uns.

  • Für alle, die mit ihren Reden Angst verbreiten und Menschen verunsichern.  -

Christus, Freund der Menschen:

Wir bitten dich erhöre uns.

  • Für die Frauen und Männer, die sich auch heute noch in den Dienst der Gemeinden stellen und viel Zeit und Liebe investieren.  -

Christus, Freund der Menschen:

Wir bitten dich erhöre uns.

  • Für alle, die wegen ihrer Lebenssituation nichts von deiner Freundschaft wahrnehmen können.  -

Christus, Freund der Menschen:

Wir bitten dich erhöre uns.

  • Für alle, die uns in Liebe begegnen und uns in Treue begleiten.  -

Christus, Freund der Menschen:

Wir bitten dich erhöre uns.

  • Für all unsere Verstorbenen.  -

Christus, Freund der Menschen:

Wir bitten dich erhöre uns.

Gott, wie dein Sohn uns ermutigt hat, so haben wir unsere Bitten vor dich getragen. Höre und erhöre uns durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Vater unser

Wort auf den Weg:

In der Begegnung mit den Menschen darf ich Werkzeug sein, damit sie mit der Liebe Gottes in Berührung kommen. Auch wenn sie es nicht ahnen, nicht sehen oder sich dafür nicht bedanken werden.

Quelle: Liturgie konkret plus